Einführungslehrgang

Blindenführhund und sehbehinderte Person sind zum ersten Mal vereint. Was passiert in den ersten Tagen?

Erste Schritte

Wenn der geprüfte Blindenführhund zur sehbehinderten Person kommt, liegt in der ersten Woche der Schwerpunkt bei der Bindungsarbeit. Es soll ein feines Band zwischen Mensch und Hund entstehen können. Dazu ist ein guter Vertrauensaufbau sehr wichtig. Die sehbehinderte Person wird fachmännisch von uns darauf vorbereitet, damit das gelingt.

Führarbeit

In der zweiten Woche wird das Gewicht auf die Führarbeit gelegt. Die sehbehinderte Person erlernt die Zusammenarbeit mit seinem Blindenführhund im Geschirr. Der Hund lernt nun die wichtigsten Wegstrecken der sehbehinderten Person und diese wiederum lernt, wie sie auf die die Signale ihres Hundes richtig reagiert, welche Hörzeichen sie ihm bei der Führarbeit geben muss und wie sie sich mit ihm orientieren und verständigen kann. Dies geschieht gemeinsam mit dem Instruktor/Instruktorin.

Vertiefung

Nach den zwei intensiven Wochen wird das Gespann in den folgenden Monaten nach individuellem Bedarf betreut, mindestens einmal im Monat findet aber ein Treffen statt. Die enge Begleitung dient dazu weitere, neue Wegstrecken zu erlernen, auftauchende Problemstellungen zu lösen und das Gespann professionell zu begleiten.

Ziel

Nach der sechsmonatigen Einführungszeit wird das Team zur Gespanns-Prüfung angemeldet. Experten des Bundesamtes für Sozialversicherungen prüfen, ob der Führhundehalter/die Führhundehalterin den Blindenführhund richtig einsetzt und die beiden harmonisch zusammenarbeiten. Nach bestandener Prüfung zahlt die Invalidenversicherung der sehbehinderten Person das Futtergeld und die Tierarztkosten und entrichtet der Blindenführhundeschule eine bescheidene Mietgebühr während der Einsatzdauer des Führhundes.
Das Gespann wir nun bis zur Pension des Hundes begleitet und betreut. Mindestens einmal im Jahr wird das Gespann besucht. Gibt es Schwierigkeiten, steht die Schule jederzeit beratend zur Seite.