Ich habe mich am Köhlberg gut eingelebt und glaube verstanden zu haben, dass es nicht nur ein Ferienaufenthalt, sondern ein neuer Lebensabschnitt ist. Mein jetziger Chef muss ich nicht mehr führen, der findet alle Ab- und Umwege selbständig! Dafür setzt er mich ein am Kinderspital und im Pflegheim Rehalp. Noch etwas gewöhnungsbedürftig aber nicht uninteressant.
Ein Umgewöhnen ist das schon, mit dem Platzwechsel. Ich muss mir lautstarke Äusserungen abgewöhnen (Wau, wau)! Er versucht das mit viel Liebe und dem Vermitteln von Sicherheit und Zuneigung. Ist ja schön, aber immer Ruhe zu bewahren ist recht schwierig. Sonst ist er mit meinem Verhalten sehr zufrieden und ich mit seinem meistens auch! Etwas lästig ist die Katze der Nachbarin. Sie will mir immer um die Beine streichen, mich auf die Schnauze küssen und von mit abgeleckt werden. Ich hab nun mal kein Interesse an Katzen. Ich heisse auch nicht Cosmo. Muss ich diesen Kater wirklich einmal in den Schwanz beissen, wenn der vor meinem Mund wedelt, damit die Sache geklärt ist.
Heute feierten wir meinen 8. Geburtstag. Tolle Sache! Er bastelte mir eine Schwartenmagen-Torte! Meine Chefs durften auch ein Stück davon probieren. Grosszügig, gell! Besonders wenn man bedenkt, dass ich von seiner Geburtstags-Kirschtorte gar nichts bekommen habe.
Eigentlich bin ich wunschlos glücklich. Vielleicht wünschte ich mir einen Chef der öfters wegschaut, wenn ich auf der Strasse etwas fressbares entdecke. Auch wenn er auf Wanderungen ein Halsband mitnehmen würde, wäre toll. Auch eine Chefin die weiterhin Bettmümpfeli verteilt. Ich würde am gleichen Abend 4 Mal ins Bett gehen, wenn es jedes Mal ein Mümpfeli geben würde. Und viel Besuch wäre auch gut, dann könnte ich mir das Bellen abgewöhnen. Also es sind noch ein paar Kleinigkeiten offen, aber im Grossen und Ganzen geht es mir gut.
Liebe Grüsse und auf Wiedersehen
euer Sultan