Es ist das erste Mal für uns als Patenfamilie. Isabella hat das Inserat, dass Patenfamilien gesucht werden, in der Tageszeitung gelesen. Am Abend haben wir darüber gesprochen. Ziemlich schnell war klar, dass wir da helfen wollen.

Isabella hat dann am darauffolgenden Tag mit unserer jetzigen Junghundeinstruktorin und Betreuerin der Stiftung OBS einen Termin bei uns Zuhause abgemacht, um uns beide kennen zu lernen.

Nach diesem Termin wurden wir nach Goldach für ein Info-Gespräch eingeladen. Dort haben wir viele Informationen rund um die Patenschaft und die Ausbildung der Blindenführhunde erhalten. Wir wurden nach unserer Motivation für eine Patenschaft gefragt und wie unser Zeitmanagement aussieht. Für einen Hund braucht man nämlich vor allem eines: Zeit. Da wir das gewährleisten, sind wir als Patenfamilie geeignet. Wir freuten uns riesig über den positiven Entscheid, einen Welpen übernehmen zu dürfen.

Kurze Zeit später kam die Nachricht, dass wir den Welpen nun abholen dürfen. Wir haben den elf Wochen alten Welpen namens Isie zusammen mit unserer Betreuerin abholen dürfen. Isie ist eine Barbet-Hündin.

Zuhause haben wir alles schon vorbereitet für den Neuankömmling (hundesicher gemacht, Schlafstelle vorbereitet, Treppe abgesperrt usw. eigentlich wie für ein Kleinkind).

Nun kann die Aufgabe beginnen. Als erstes das Training der Stubenreinheit. Das funktioniert am Anfang halt noch nicht so gut. Aber da darf man nicht verzweifeln. Das gelingt dann schon. Das braucht halt Zeit, Geduld und viel Aufmerksamkeit bis es dann doch auf einmal klappt.

Die ersten zwei Wochen waren sehr intensiv, denn es ist ja unser erster Welpe, den wir haben. Da gab und gibt es für Isie so viel Neues zu entdecken. Isie die Umwelt positiv erleben lassen zu dürfen, ist sehr wichtig.

Danach ging es relativ schnell in die Routine über. Wir haben Isie von Anfang an ins Herz geschlossen und als Familienmitglied akzeptiert wie sie uns auch. Unser Glück ist, dass Isie eher ein ruhiger und gemütlicher Hund ist, ausser wenn sie Ihre fünf Minuten hat. Inzwischen waren wir jetzt schon in der Welpenschule und im Junghundekurs. Ein Trainingsnachmittag am Winterthurer Bahnhof – organisiert von der OBS – absolvierte Isie schon sehr gut.

Diverse obligatorische Termine beim ortsansässigem Tierarzt hat sie auch schon hinter sich.

Da wir ja schon immer Ferienhunde betreuen, hatten wir ja schon ein bisschen Ahnung von Hunden und Befehlen. Bei Isie ist dies etwas anderes. Die Befehle werden in Italienischer Sprache übermittelt. Ausserdem sollte sie ihr Geschäft auf dem Dolendeckel erledigen. Mehrheitlich klappt das auch schon.

Die vorgeschriebenen Aufgaben und Instruktionen von der OBS, die wir erfüllen müssen und Isie lehren und beibringen, werden natürlich eingehalten.

Wir machen das jetzt noch alles spielerisch, da Isie erst sozialisiert wird. Inzwischen ist Isie zwanzig Wochen alt und es klappt alles sehr gut. Nachts schläft sie durch und sie ist stubenrein (ausser nach dem Spielen, da sind wir noch zu langsam).

Nach der Sozialisierung und Gewöhnung wird die Zeit kommen, wo wir Isie mit ca. 12-18 Monaten zurück an die Schule geben müssen. Dort wird sie dann das eigentliche Ziel Blindenführhund erreichen.

Der Abschied wird schmerzen! Aber auch werden wir Isie gerne gehen lassen, da sie nachher eine schöne Aufgabe für die weiteren Jahre erledigen wird.
Erich &Isabella